Seit dem Jahr 2001 gibt es in Ausserrhoden den Haushaltservice. Dabei handelt es sich um einen selbsttragenden Verein, der die verschiedensten Dienste anbietet. Im März ist auch der Innerrhoder Bäuerinnenverband dem Verein beigetreten.

Stein. Ursprünglich wurde das Projekt «Haushaltservice» durch die Landfrauenvereinigung Appenzell Ausserrhoden zusammen mit der bäuerlich-hauswirtschaftlichen Beratung lanciert. Im Jahr 2000 wurde eine Bedarfsabklärung gemacht, welche positiv ausfiel. Der Haushaltservice wurde in der Folge als dreijähriges Pilotprojekt gestartet.

Anfang Januar 2005 übernahm Vreni Schär aus Stein die Geschäftsstelle. Diese Funktion hat sie heute noch inne.

«Wenn zum Beispiel ein Bauer wegen Krankheit oder Unfall ausfällt, gibt es den Betriebshelfer, der aufgeboten werden kann. Es war der Wunsch, dass es für die Frauen auch so etwas Ähnliches gibt», umschreibt Vreni Schär den Grundgedanken, der vor neun Jahren zur Gründung des Haushaltservice geführt hatte.

Vielseitige Hilfestellungen

Der Haushaltservice bietet rasche Unterstützung in Haus- und Familienarbeit. Darunter zu verstehen sind allgemeine Hausarbeiten, Hausputz, Frühjahrsputz, Fensterputz, Wäschepflege, Bügelarbeiten, Hilfe bei Einladungen, Hütedienst oder leichte Gartenarbeit. Das Dienstleistungsangebot kann von Familien sowie alleinstehenden Personen, welche einen privaten, gewerblichen oder bäuerlichen Haushalt führen, beansprucht werden. Vreni Schär konkretisiert: «Wir werden zum Beispiel aufgeboten bei Krankheit, Unfall oder Rekonvaleszenz einer Frau. Oder wenn sie während der Schwangerschaft liegen muss oder einen Kaiserschnitt hatte und nicht schwer heben darf.» Immer mehr gebe es ältere Leute, welche den Haushaltservice in Anspruch nehmen. So ist es ihnen möglich, länger in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben. «Wir verstehen uns als Ergänzung zur Spitex», so Vreni Schär, der es sehr am Herzen liegt, festzuhalten, dass die beiden Institutionen keine Konkurrenten sind.

Bedürfnis ist ausgewiesen

Die Entwicklung des Haushaltservice ist beeindruckend und unterstreicht das Bedürfnis. Im ersten Vereinsjahr – 2001 – standen fünf motivierte Frauen im Einsatz. Sie leisteten 880 Einsatzstunden. Im Jahr 2009 waren rund 30 Frauen im Einsatz. Sie leisteten 10 121 Stunden. Kommt bei Vreni Schär ein Auftrag herein, gibt sie diesen an eine der 30 Frauen weiter. Diese nimmt dann Kontakt mit der Kundschaft auf und macht einen ersten Termin ab. Wichtig sei es dann, dass von Seiten der Kundschaft der Auftrag klar definiert wird. Ein Einsatz dauert jeweils mindestens zwei Stunden. «Wir haben Topfrauen», sagt Vreni Schär. Und sie ergänzt: «Der Verein ist aber kein Putzinstitut.» Vielmehr sieht er sich als Hilfestellung in aussergewöhnlichen Situationen.

Bei den Frauen, die Einsätze leisten wollen, handelt es sich teilweise um solche, die ursprünglich Hauspflege gelernt haben. «Es sind auch Frauen, deren Kinder grösser sind und die nun ihre freie Kapazität sinnvoll nutzen wollen», so Vreni Schär.

Über Grenzen hinaus

Das Tätigkeitsfeld des Vereins Haushaltservice erstreckt sich bereits jetzt über die Ausserrhoder Kantonsgrenzen hinaus. So leisteten die Frauen zum Beispiel auch Einsätze in Rheineck, St. Gallen oder Gossau. Vereinzelt gab es auch schon Einsätze im Kanton Appenzell Innerrhoden. Nachdem sich der Bäuerinnenverband von Innerrhoden entschlossen hat, dem Verein als Kollektivmitglied beizutreten, rechnet Vreni Schär nun mit vermehrten Anfragen aus dieser Region. Allerdings können auch Leute aus Innerrhoden die Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die nicht dem Bäuerinnenverband angehören. «Wir lassen uns überraschen und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Appenzell Innerrhoden», so die Geschäftsleiterin. Vreni Schär spricht grundsätzlich von Wundertüten-Tagen, denn nicht selten gebe es kurzfristige, notfallmässige Aufträge, so dass man flexibel sein müsse.

Mund-zu-Mund-Werbung

Unter den Kunden des Haushaltservices gibt es auch langjährige. Gross Werbung mache man eigentlich nicht, so Vreni Schär. Vielmehr laufe diese als Mund-zu-Mund-Werbung. Die Geschäftsführerin freut dies, denn bessere Werbung gebe es gar nicht. Sie freut sich auch über Rückmeldungen von Seiten der Kundschaft, wie jene einer Kundin, die sich bedankte, dass ihr eine so liebe Frau geschickt wurde. Vreni Schär, die gelegentlich selber Einsätze leistet, empfindet es als sehr schön, Menschen helfen zu können. Es sei auch eine sehr spannende Arbeit. Eine Wertschätzung sei mehrheitlich vorhanden. Die Chemie zwischen Kundschaft und Hilfeleistender müsse allerdings stimmen. Die Zahl, wo dies nicht der Fall ist, sei verschwindend klein. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade mit Langzeit-Kunden ergeben sich gute Beziehungen, ja teilweise gar gute Freundschaften.

Kontakte: Telefon 071 367 14 50; www.haushaltservice-ar.ch

Vreni Peterer